Haftbedingungen

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Beispiele 2006

Atilim/Milliyet vom 07., 15. und 17.01.2006

Tod im Gefängnis

Serdar Demirel, der sich seit dem 9. Mai 2005 im F-Typ Gefängnis von Sincan (Ankara) im Todesfasten befand, ist am 7. Januar verstorben. Er soll am 18. Dezember 2005 den Versuch der Selbstverbrennung unternommen haben und wurde danach in das Numune Krankenhaus in Ankara verlegt, wo er dann verstarb.

Milliyet vom 05.02.2006

Tod im Gefängnis

Am 1. Februar wurde der wegen eines gewöhnlichen kriminellen Deliktes inhaftierte Ömer Celik im Gefängnis von Mersin tot aufgefunden. Nach offizieller Darstellung soll er sich erhängt haben. Seine Frau Sadiye Celik zweifelte dies jedoch an, da er sie noch einen Tag vor seinem Tod um Geld gebeten habe. Sie wies darauf hin, dass ihr Mann 2 Wärter vor Gericht gebracht hatte, die einen Handel mit Handys für die Gefangenen betrieben.

Özgür Gündem vom 22.02.2006

Haftbedingungen vom Typ F

Deniz Yasar gab der Zeitung nach seiner Entlassung aus dem F-Typ Gefängnis von Tekirdag ein Interview. Darin sagte er: "Erst kommt man in eine Einzelzelle und später in einen Raum mit 3 Gefangenen. Kaltes Wasser fließt am Tag zwischen 5 und 10 Minuten. Zwei Mal in der Woche soll es warmes Wasser geben, aber das passiert nur einmal im Monat. Wir konnten an keinen Kursen wie Englisch oder Computerkursen teilnehmen. Wir erhalten nicht die Bücher, die wir wollen, aus der Bibliothek und die Bücher, die uns geschickt werden, werden wieder zurück geschickt. Unser Recht auf 5 Stunden Besuch pro Woche wird wegen Disziplinarstrafen wegen Hungerstreik etc. auf eine Stunden beschränkt." Er habe auch nur wenige der Briefe erhalten, die ihm geschickt wurden. Es werde viel zu häufig gezählt und wenn dabei viele Soldaten kommen, gebe es Prügel genauso wie auf dem Weg zum Krankenhaus, zum Gericht und wieder zurück. Immer noch seien Freunde im Gefängnis von Disziplinarstrafen betroffen, die es wegen eines Hungerstreiks vor 4 Monaten gegeben habe. Sie würden in Isolationshaft gehalten.

Evrensel vom 24.06.2006

Selbstverbrennung in Izmir

Tahsin Mert und Mahur Ertugrul, die im F-Typ Gefängnis von Izmir eine Strafe wegen Mitgliedschaft in der Union der Islamischen Vereine und Gemeinden absitzen, haben sich am 6. Februar selber in Brand gesetzt. Als Grund gaben sie das neue Gesetz zum Strafvollzug, den Druck im Gefängnis und zwangsweise Behandlung von Hungerstreikenden an.

Özgür Gündem vom 11.04.2006

Prügel im Gefängnis

Im Gefängnis vom Typ F in Tekirdag sollen Wärter Gefangene, die am 21. März das Newroz-Fest feierten, verprügelt haben. Unter den Gefangenen sollen Sami Dündar, Bekir Kiliçarslan, Cengiz Ogurtan, Kenan Avci, Hasbi Aydemir, Muhammet Inal, Senol Akyaz, Muhammet Fatih Bingöl, Aga Saglik, Mustafa Erkan und Yunus Akbal verletzt sein. Ceylan Avci, die Mutter des Gefangenen Murat Avci, beschwerte sich, dass ihren Kindern immer wieder andere Disziplinarstrafen auferlegt werden und sie keine freien Besuche machen könne. Der Gefangene Yusuf Kaplan, der an einem Bein amputiert ist, soll seit dem 15. März in Isolationshaft gehalten und medizinisch nicht versorgt werden. Aus den Gefängnissen in Buca und Sivas sollen Gefangene nach Burdur verlegt und dort zu 8 Personen in Zellen für 3 Personen gehalten werden. Seit dem 5. April befindet sich der Anwalt Behic Asci im Todesfasten gegen die Isolation in den F-Typ Gefängnissen. Im gleichen Haus führt auch die ehemalige Gefangene Fatma Koyupinar ihr Todesfasten fort. Dogan Çelik, Sezai Demirtas, Hatice Asik, Gözde Sahin und Cem Özcan haben sich mit einem unbefristeten Hungerstreik angeschlossen.

Milliyet/Özgür Gündem vom 21.04.2006

Tod im Gefängnis

Der unter dem Vorwurf der PKK Mitgliedschaft in Mersin inhaftierte Mehmet Alkan soll vor 10 Tagen in einer Zelle tot aufgefunden worden sein. Nach offizieller Darstellung soll er Selbstmord begangen haben, aber es wurde auch behauptet, dass er an Händen und Füßen gefesselt aufgehängt gewesen sei.

Özgür Gündem vom 06.-08.05.2006

Druck im Gefängnis

Yahya Gigan, ein Gefangener in Malatya, soll mit 13 Tage Isolationshaft belegt worden sein, weil er in einem Antrag den Begriff "werter Öcalan" benutzte. Aus dem gleichen Grunde sollen die sozialen Rechte der Gefangenen Ömer Hayri Konar, Suat Dasdan, Nevzat Içten, Çetin Ilkkan, Hüseyin Yeter und Bülent Atmaca beschnitten worden sein. In Gaziantep soll der Gefangene Sedat Görenç am 24. April von Wärtern verprügelt worden sein, nachdem sie verlangten, dass er einen Antrag auf Medikamente stelle, die er seit 10 Jahren einnehme.

Özgür Gündem vom 15.07.2006

Gefangene angegriffen

Am 7. Juli wurden die wegen PKK-Mitgliedschaft angeklagten Gefangenen Erdal Özdogan, Hüseyin Yasar und Murat Ipek von ca. 10 Gefangenen, die wegen Drogenhandel angeklagt gewesen sein sollen, im Wartesaal des Landgerichts Besiktas angegriffen und brutal geschlagen. Die politischen Angeklagten sollen in Handschellen gewesen sein, während die anderen Angeklagten keine Handschellen trugen. Die Soldaten, die die Gefangenen begleiteten, sollen nicht eingegriffen haben.

Cumhuriyet vom 06.07.2006

Weibliche Häftlinge verprügelt

Der Hilfsverein für Gefangene TUYAB hat am 5. Juli eine Pressekonferenz in Istanbul gehalten und Vorwürfe erhoben, dass die Frauen, die aufgrund der Schließung der geschlossenen Haftanstalt in Ankara in das L-Typ Gefängnis von Sincan verlegt wurden, dabei geschlagen wurden. Nilüfer Sahin, Figen Cagri und Necla Comak hatten sich zu einer Leibesvisitation splitternackt ausziehen müssen und seien dann in Einzelzellen gesteckt worden. Den Gefangenen seien Anträge auf ärztliche Behandlung und Anwaltsbesuche abgelehnt worden.

ANF (Agentur Firat) vom 11.07.2006

Schläge im Gefängnis Kürkcüler (Adana)

Leyla Güner hat sich beim IHD in Adana beschwert, dass ihr Sohn Ibrahim Güner und sein Freund Baki Koyun unter dem Vorwand fliehen zu wollen von Wärtern im Gefängnis Kürkcüler vom Typ F (Adana) geschlagen wurden. Am 10. Juli sei sie zu Besuch gewesen und habe die blauen Flecken gesehen, die ihr Sohn sich vor 5 Tagen zugezogen hatte. Leyla Güner sagte des weiteren, dass der Kiefer so schwer verletzt sei, dass ihr Sohn nicht essen könne. Dennoch würde er weder in der Krankenstation des Gefängnisses noch außerhalb behandelt.

Özgür Gündem vom 26.08.2006

Beschwerden aus dem Gefängnis

Nach Aussagen seiner Schwester Filiz Azbay soll Abdurrahman Tasdelen im Militärgefängnis von Adana mit einer Heftmaschine gefoltert worden sein. Ihm seien Klammern in den Körper gedrückt worden. Bei ihrem Gespräch habe sich zwar stets jemand eingemischt, aber in einem unbeobachteten Moment habe ihr Bruder ihr die Wunde an der Brust gezeigt. Ihr Bruder habe gesagt, dass es insgesamt 37 Klammern seien. Das sollen die Bediensteten im Gefängnis noch mit anderen 8 Gefangenen gemacht haben. Mehr habe der Bruder nicht mitteilen können, weil danach das Gespräch unterbunden wurde. Isa Idigül, der Vater des gefangenen Soldaten Hakan Idigül, sagte, dass er seinen Sohn besuchen wollte, stattdessen aber zu einem Oberstleutnant und Major gebracht wurde, die ihm sagten, dass sein Sohn und andere bestraft wurden, weil sie Fenster und Betten zerstört hätten. Isa Idigül habe die Erklärung nicht befriedigt und er habe die Offizieren beschuldigt, dass sie folterten. Das habe der Major verneint, aber indirekt auch vor weiteren Schritten gewarnt, ‘weil es nicht gut für den Sohn sei’. Isa Idigül wollte den militärischen Staatsanwalt sprechen, wurde aber nicht vorgelassen. Die zivile Staatsanwaltschaft nahm eine Anzeige nicht an, da die Sache nicht in ihren Zuständigkeitsbereich falle. Auch Mukaddes Boyraz, der Mutter des Gefangenen Rasim Boyraz, wurde ein Besuch nicht gestattet. Im Militärgefängnis Adana war der gefangene Soldaten Murat Polat im Juli 2005 zu Tode geprügelt worden.

Özgür Gündem vom 01.09.2006

Gefangene sollen für Übersetzungen zahlen

Aus dem E-Typ Gefängnis in Siirt wurde berichtet, dass Gefangen, die Briefe in Kurdisch schreiben, für jede Übersetzung 60 YTL zahlen müssen. Die Briefe der Gefangenen, die nicht zahlen, werden nicht weiter geleitet. Der Anwalt M. Sabir Tas gab nach einem Gespräch mit seinen Mandanten Yilmaz Altig, Naime Encü, Pakizer Uksul.

Beispiele 2007

Atilim vom 02.02.2007

Verfahren gegen Gefangene

Ein Gerichtsverfahren wurde gegen 23 Häftlinge eröffnet, die im F-Typ-Gefängnis Nr. 1 in Tekirdag einsitzen. Es geht um Briefe, die sie zum Generalstab und Staatspräsidenten wegen der Tötung von 17 Militanten der Maoistisch-Kommunistischen Partei (MKP) im Juni 2005 in Tunceli geschickt hatten. Die Anklageschrift fordert eine Verurteilung gemäß Artikel 301 TStG wegen Beleidigung der Türkischen Republik, des türkischen Parlaments, der Regierung, des Generalstabes, der Polizei- und Sicherheitskräfte. Das Verfahren wird am Landgericht Nr. 1 in Tekirdag durchgeführt werden. Die Häftlinge vor Gericht sind Hasan Polat, Osman Nuri Ocakli, Cihan Kahraman, Caner Uluç, Hüseyin Uzundag, Baysal Demirhan, F. Ergün Arpaç, Muhammed Akyol, Dogan Akçiçek, ?ükrü Duman, Gökhan Oruç, Sinan Gülüm, Coskun Akdeniz, Oguz Aslan, Nihat Konak, Ramazan Aydin, Veli Özdemir, Ismail Yilmaz, Murat Karayel, Cihat Özdemir, S. Yilmaz Bulduruç, Onur Öztanriverdi und Ali Kemal Selenoglu. Der Anwalt Abdullah Kanat an, dass sein Mandant Yilmaz Altig vor die Wahl gestellt worden sei, entweder zu zahlen oder auf die Weiterleitung des Briefes zu verzichten. Der Anwalt gab weiter an, dass die einzige weibliche Gefangene, Naime Encü, in Einzelhaft gehalten werde.

Anadolu Ajansi, 06.02.2007

Tod im Gefängnis

Der Gefangene Ferit Uzun (75), der im Gefängnis von Konya einsaß, starb am 5. Februar. Berichten zufolge starb Uzun im Staatskrankenhaus Aksehir, wohin er gebracht wurde, nachdem er in ein diabetisches Koma gefallen war.

Evrensel, 26.03.2007

Harte Disziplinarstrafen im F-Typ-Gefängnis

Der Verein der Angehörigen von Gefangenen TUYAB veranstaltete in den Räumen der Zweigstelle des Menschenrechtsvereins Istanbul am 24. März eine Pressekonferenz. Laut Presseberichten wurden Hunderten von Gefangenen im F-Typ-Gefängnis Tekirdag Briefe und Besuche für mehr als ein Jahr verboten.

Cumhuriyet-Güncel, 29.03.2007

Schläge in F-Typ-Gefängnissen

Die "Vereinigte Plattform für den Kampf" organisierte am 27. März bei der Zweigstelle des Menschenrechtsvereins in Istanbul eine Pressekonferenz. Fatma Yildirim gab bekannt, dass Hüseyin Durmaz und Hasan Öksüz, die in einem TKEP/L-Verfahren angeklagt sind, am 15. März geschlagen wurden, als sie vom Gericht zurückkamen. Die Verantwortlichen im Gefängnis verhinderten, dass Hüseyin Durmaz und Hasan Öksüz ins Krankenhaus gebracht wurden. Sait Ersöz berichtete, dass er am 26. März von Wächtern im F-Typ-Gefängnis Van geschlagen wurde. Er wandte sich an die Zweigstelle des Menschenrechtsvereins in Van und sagte, dass er vor einer Woche zum Gefängnis gegangen sei und gefragt habe, ob seinem Sohn die von ihm ins Gefängnis gebrachten Sachen gegeben worden seien. Die Gefängniswärter seien ärgerlich geworden und hätten ihn geschlagen.

ANF-Güncel, 02.04.2007

Repression in Gefängnissen

Im Gefängnis des M-Typs in Bingöl wurden wegen PKK-Gerichtsverfahren Inhaftierte, wegen ihrer Anrede “Herr Öcalan” im Rahmen eines Antrags an das Justizministerium zu einem Monat Verbot von Besuchsen und sportlichen und kulturellen Aktivitäten bestraft. Der im Gefängnis des E-Typs in Siirt inhaftierte Habip Aslan wird, obgleich er sehr krank ist, in einer Zelle in Einzelhaft gehalten.

ozgurgundem.net, 06.04.2007

Misshandlung von Jugendlichen im Gefängnis

Rechtsanwalt Turgay Berk gab bekannt, dass die Jugendlichen A.A. (17), M.K. (17) und S.K. (16), die am 27. März unter der Beschuldigung, sie hätten während der Newroz-Feiern in Adana "Transparente von Abdullah Öcalan geöffnet", von Gendarmen und Wärtern im Kürkçüler E-Typ-Gefängnis geschlagen worden seien. Turgay Berk erklärte, dass er die Jugendlichen am 2. April besucht habe und die Jugendlichen ihm berichtet hätten, dass sie beim Gefängniseingang geschlagen worden seien. "Sie sagten, dass die Gendarmen und Wärter sie gefoltert hätten. Die Polizisten, die sie zum Gefängnis gebracht hatten, sagten den Gendarmen, dass der Vater von A.A. ein Terrorist war und zu 36 Jahren Haft verurteilt worden sei." Danach wurden die Jugendlichen geschlagen. Die Wärter zwangen sie Slogans zu rufen und schlugen sie, wenn sie nicht gehorchten. Die Wärter kämen manchmal zu ihrem Gefängnisraum und schlugen sie ohne Grund. Die Jugendlichen waren infolge der Behandlung, der sie ausgesetzt waren, verängstigt. "

ANF, 09.04.2007

Disziplinarstrafen in F-Typ-Gefängnissen Bolu und Kandira

50 in PKK-Gerichtsverfahren Verurteilte im F-Typ-Gefängnis Bolu erhielten eine Strafe von 10 Tagen "Zellenhaft", weil sie den Ausdruck "Sayin" (entspricht "geehrter") bezüglich Abdullah Öcalan in einer Petition an die Gefängnisverwaltung benutzt hatten. 30 Gefangene im F-Typ-Gefängnis Kandira in Kocaeli erhielten Besuchs- und Telefonverbot, weil sie den Ausdruck "Sayin Öcalan" in Petitionen an das Justizministerium verwandt hatten. Zusätzlich erhielten die Gefangenen Nusrettin Kuran, Nurettin Adamis, Ramazan Kortak, Nevzat Öztürk und Saban Soruhan Zellenhaft.

ANF-Gündem, 12.04.2007

Disziplinarstrafe im E-Typ-Gefängnis Diyarbakir

Ilknur Özden, inhaftiert im E-Typ-Gefängnis in Diyarbakir, erhielt eine Disziplinarstrafe, wodurch ihr Entlassungstermin vom 5. April auf den 6. Juni verschoben wurde. Grund für die Disziplinarstrafe war die Behauptung, dass sie am 28. Dezember 2006 2 Minuten und 25 Sekunden zu lange telefoniert habe. Ihr Rechtsanwalt Süleyman Özbayhan sagte, dass er eine Klage gegen die Gefängnisverwaltung einreichen werde, da eine Entscheidung über Haft nur von einem Gericht gefällt werden könne.

Atilim vom 25.04.07

Repression in Gefängnissen

In einer Erklärung des Vereins der Angehörigen von Gefangenen (TUYAB) vom 23. April heißt es, dass die Gefangenen Cengiz Kahraman und Kenan Özyürek im F-Typ-Gefängnis Sincan am 10. April auf dem Weg zur Krankenstation geschlagen wurden, weil sie einen anderen Häftling gegrüßt hätten. Kahraman, dessen Leiste und Hoden mit Fußtritten traktiert worden seien, sei nicht zur Krankenstation gebracht worden. Aufgrund des Protestes der anderen Häftlinge sei er schließlich ins Ankara Numune-Krankenhaus gebracht worden. Dort sei er für 14 Tage krank geschrieben worden. Weiter wurde mitgeteilt, dass Resmiye Vatansever, die vom Gefängnis Ceyhan ins Frauen- und Kindergefängnis Sincan gebracht wurde, im Eingangsbereich nackt durchsucht werden sollte. Als sie sich wehrte, sei Vatansever geschlagen worden. Im selben Gefängnis säßen Necla Comak und Nilüfer Sahin in einer Einzelzelle.

Evrensel/Hürriyet vom 30.04.07

Repression in Gefängnissen

H.D. (16), der wegen des Vorwurfs der „Vergewaltigung“ im E-Typ-Gefängnis in Mugla inhaftiert ist, soll von Mithäftlingen im Februar 15 Tage lang gefoltert worden sein. Es wurde mitgeteilt, dass H.D. vergewaltigt wurde und mit einem Seil, das an seinem Geschlechtsorgan befestigt war, auf dem Boden geschleift wurde. Das Ereignis kam zutage, da Dr. Naki Bulut, Mitglied des Menschenrechtsrats in Mugla, im Krankenhaus, in welches H.D. eingeliefert worden war, davon Kenntnis erhielt. Bei der Untersuchung wurde festgestellt, dass H.D. vergewaltigt wurde, seine Rippen gebrochen waren, er an verschiedenen Stellen seines Körpers gebissen worden war und seine Lunge verletzt wurde. Auf die Initiative des Menschenrechtsrats in Mugla wurde ein Ermittlungsverfahren gegen die Gefangenen, die H.D. gefoltert haben sollen, und die Gefängniswärter, die die Folter zugelassen haben, eingeleitet. Es wurde bekannt, dass der Gefangene B.M. sich auch an den Menschenrechtsrat wandte. Angehörige von Häftlingen, die am 27. April in Ankara eine Pressekonferenz durchführten, teilten mit, dass die im F-Typ-Gefängnis Sincan Nr.1 inhaftierten Gefangenen Sedat Ot, Cengiz Kahraman, Naki Demir und Tayyar Eroglu am 6. April, als sie zum Gericht gebracht wurden, von Soldaten und Wachleuten vor ihren Angehörigen geschlagen wurden. In der Erklärung heißt es, dass Yasar Ince, Kemal Ertürk, Erol Zavar und Zeynel Karabulut im Gefängnis ernste Gesundheitsprobleme hätten.

Radikal, 04.08.2007

Vorwurf der Folter im Gefängnis

Ibrahim Cuhadir, Mehmet Yasar, Erdinc Eroglu, Ugur Eyilik, Deniz Kutlu, Ibrahim Akin und Musa Kurt, die unter den Demonstranten waren, die nach einer Demonstration der Front für Rechte und Freiheiten zum Protest gegen die Parlamentswahlen am 16. Juli in Ankara festgenommen und wegen “Widerstands gegen die Staatsgewalt” und “Verletzung des Versammlungs- und Demonstrationsrechtes” inhaftiert worden waren, sollen Berichten zufolge im Sincan L-Typ-Gefängnis gefoltert worden sein. Laut den Berichten sollen sie nackt ausgezogen, der Falaka ausgesetzt und geschlagen worden sein. Mehmet Yasar wurde eine Rippe gebrochen.

Bianet, 16.08.2007

IHD: In den Gefängnissen gibt es unsinnige Verbote

Laut Bericht des IHD besteht die Isolationshaft in den Gefängnissen fort und es wird gefoltert. Es ist verboten, schwarze Trauben zu verlangen, in der Kantine für jemand anderen einzukaufen, Kurdisch zu sprechen, Musik aus dem Walkman zu hören und oppositionelle Veröffentlichungen zu lesen. Der Istanbuler Menschenrechtsverein fordert in seinem Bericht, in dem die Rechtsverletzungen in Gefängnissen aufgezählt werden, dass die Leitungsmodelle durch Verbote abgeschafft werden. Der Bericht nimmt Bezug auf Briefe und Anträge aus Gefängnissen und umfasst den Zeitraum der ersten sechs Monate des Jahres 2007. Er informiert darüber, dass entgegen des Rundschreibens vom Justizministerium in den F-Typ-Gefängnissen Isolationshaft praktiziert wird, dass die Gefangenen durch willkürliche Verbote in ihrer Kommunikationsfreiheit beschnitten werden und ihre Rechte auf Verteidigung, Besuch und Gesundheitsversorgung verletzt werden. Der IHD geht gesondert auch auf die Folter in Gefängnissen ein. Das Rundschreiben, welches nach dem Hungerstreik des Rechtsanwalts Behic Asci veröffentlicht worden war, sah vor, dass die Gefangenen in den F-Typ-Gefängnissen in Gruppen von nicht mehr als 10 Personen unter Beobachtung der Leitung bis zu 10 Stunden pro Woche zusammen kommen können. Beim Verein trafen insgesamt 47 Beschwerden und Gesuche ein, davon 1 Brief aus dem Gefängnis in Bursa, 1 aus der Vollzugsanstalt Vezirköprü, 1 aus dem Gefängnis Metris, 3 aus dem Gefängnis in Konya, 2 aus dem F-Typ-Gefängnis in Edirne, 2 aus dem F-Typ Gefängnis in Bolu und 37 aus dem F-Typ-Gefängnis in Tekirdag. Zwischen dem 1. Januar und dem 1. August wandten sich neun Angehörige von Gefangenen wegen Rechtsverstößen an den Verein.

Gündem, 14.09.2007

Wärter greifen Gefangenen an

Nach einem Besuch im F-Typ Gefängnis von Tekirdag gab Servet Kaya an, dass sein Bruder Ramazan Kaya und 2 Mitgefangene, die unter dem Vorwurf der Mitgliedschaft in der PKK in Haft sind, am 7. September von Wärtern angegriffen wurden. Die Gefangenen sollen Wunden und blaue Flecken haben.

Gündem, 20.09.07

Repression in Gefängnissen

Es wurde mitgeteilt, dass den Inhaftierten des F-Typ-Gefängnisses Nr. 1 in Tekirdag die Zeitung Azadiya Welat, da sie auf Kurdisch ist, nicht ausgehändigt wird, und dass die armenischen Artikel der Zeitung Agos herausgeschnitten worden sind. Die Zeitschriften Dogru Secenek, Odak und Tiroj seien als "bedenklich" eingestuft und verboten worden. Die Häftlinge schrieben in einem Brief an die Gefängnisinitiative in Izmir, dass zwei kurdische Grammatikbücher, die Besucher des Gefangenen Turhan Günana mitbrachten, nicht angenommen worden seien, und dass die beiden Gefangenen Aydın Burgucu und Cengiz Bal , obwohl sie am 17. Juli entlassen werden sollten, nicht freigelassen wurden aufgrund einer Disziplinarstrafe von 6 Monaten, die sie wegen eines Hungerstreiks im letzten Jahr und wegen „Schlagens gegen die Türen“ erhalten hatten.

Atilim.org, 20.09.07

Repressionen in Gefängnissen

Es wurde mitgeteilt, dass am 15. September 70 Gefangene, die aus den F-Typ-Gefängnissen Nr. 1 und 2 in Sincan ins F-Typ-Gefängnis in Kirikkale gebracht worden sind, gefoltert wurden. Die Gefangenen seien von 10 Wachleuten angegriffen und an verschiedenen Stellen verletzt worden. Einem Teil der Gefangenen, so hieß es, wurden die Zähne herausgeschlagen und die meisten wiesen im Gesicht Spuren von Schlägen auf.

ANF, 01.-03.11.2007

Druck in Gefängnissen

Berichten zufolge stieg nach der Kampfhandlung zwischen der PKK und den türkischen Sicherheitskräften am 21. Oktober in Hakkari-Daglica (Anmerkung: Bei der 12 Soldaten getötet, mehrere verletzt und 8 entführt wurden) der Druck auf die Gefangenen im F-Typ Gefängnis Nr.1 in Buca Kiriklar, im F-Typ-Gefängnis Tekirdag und im H-Typ-Gefängnis in Erzurum .

Nachrichtenagentur ANF, 07.12.2007

Disziplinarstrafen im F-Typ-Gefängnis

Sami Özbil, ein Gefangener im F-Typ-Gefängnis Kandira, äußerte, dass 23 Gefangene, die sich der Durchsuchung der Zellen mit Detektoren widersetzten, im November 2007 mit einem zweimonatigen Besuchsverbot bestraft wurden. Özdil ergänzte, dass die Gefängnisverwaltung den Rundbrief über die Rechte der Gefangenen auf Kommunikation vom 22. Januar 2007 im F-Typ-Gefängnis von Kandira nicht in die Praxis umgesetzt habe.

Nachrichtenagentur ANF, 07.12.2007

Folter im Gefängnis in Istanbul

Yilmaz Aslan, Hamdullah Taskura, Tahir Adin und Necmettin Kures, Mitarbeiter des Notus-Kultur-Zentrums, wurden im Bayrampasa-Gefängnis nackt ausgezogen und mit Knüppeln geschlagen, nachdem sie von der 10. Kammer des Landgerichtes Istanbul unter der Beschuldigung der „Mitgliedschaft in der PKK“ in Untersuchungshaft überstellt worden waren. Den Nachrichten zufolge schrie ein Gendarmeriekommandeur “Gott ist im Urlaub, der Prophet im Krankenhaus und ihr seid uns ausgeliefert”, als sie im Gefängnis geschlagen wurden.

atilim.org, 13.12.2007

Misshandlung im Gefängnis

Alihan Alhan wurde von Sicherheitskräften geschlagen, als er am 13. Dezember vom F-Typ-Gefängnis in Sincan zum Staatskrankenhaus von Sincan gebracht wurde.

atilim.org, 17.12.2007

Misshandlungen im F-Typ-Gefängnis

Am 15. Dezember wurden 8 Gefangene, die in Verfahren der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) verurteilt worden waren, von Wärtern geschlagen, nachdem sie gerade von dem F-Typ-Gefängnis Kocaeli Kandira zu dem F-Typ-Gefängnis von Bolu gebracht worden waren, weil sie sich weigerten, ihre Kleidung auszuziehen.

Endnotiz

Die hier geführte Liste von Meldungen wird mit dem Ende 2007 geschlossen. Bitte schaut auf den Seiten des Demokratischen Türkeiforums (DTF) nach aktualisierten Listen.