Rizgari

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PRK

(Partiya Rizgariya Kurdistan (k) - Kürdistan Kurtuluş Partisi (t) - Befreiungspartei Kurdistans) oder Rizgari (Freiheit)

Gründung

1988

Zeitungen: Rizgari, zentrales Organ der Partei, Kurdistan Press, Massenpublikation

Bezeichnung: Im Volksmund ist diese Gruppe unter dem Namen Rizgari (Freiheit) bekannt.

Ideologie und Ziele

  • - Unabhängiger Marxismus-Leninismus
  • - Vereinigung und nationale Unabhängigkeit für Kurdistan
  • - Kampf gegen den Kolonialismus in Kurdistan

Organisationsentwicklung

Die Ursprünge dieser Gruppe finden sich 1975 im Verlagshaus Komal, wo während der 70er Jahre verschiedene kurdische Intellektuelle sich im Rahmen der DDKD engagierten. Ab März 1976 wurde die Zeitschrift Rizgari von dieser Gruppe Intellektueller herausgegeben. Damit war die Gruppe Rizgari geboren. Unter den Gründerinnen befanden sich Ruşen Arslan, Şerafettin Kaya, İbrahim Güçlü, Orhan Kotan, Mümtaz Kotan, Fikret Şahin, Mehmet Uzun, Hatice Yaşar und Ikrem Delen.

Rizgari war in verschiedenen kurdischen Städten aktiv und organisierte auch kulturelle Veranstaltungen in legalen Vereinigungen.

1978 spaltete sich die Gruppe Rizgari. Die Gruppierung Ala Rizgari (Kurtuluş Bayrağı (t) - Rote Fahne der Befreiung) trennte sich von Rizgari und gründete eine selbständige Organisation.

Die damalige Chefredakteurin der Zeitschrift Rizgari, Hatice Yaşar, nahm diesen Posten nun bei der Zeitschrift Ala Rizgari wahr.

1987 nannte sich Rizgari neu RRK, Rexistina Rizgariya Kurdistan (k) (Kurdistan Kurtuluş Hareketi (t) - Befreiungsbewegung Kurdistans) und wurde 1988 zur PRK, Partiya Rizgaiya Kurdistan (k) (Kürdistan Kurtuluş Partisi (t) - Partei zur Befreiung Kurdistans).

Diese Gruppe legte ihre Schwerpunkte eher auf kulturelle und intellektuelle Aktivitäten als auf militärische.

Verfolgungssituation

Jegliche Aktivität zugunsten der Organisation Rizgari wird schwer bestraft. Da jedoch nur noch wenige Militante im Land verblieben sind, wurde die Partei nicht Gegenstand von großen Gerichtsverfahren. Der Verdacht einer Beteiligung an Aktivitäten für die Organisation reicht jedoch, um verhaftet und gefoltert zu werden.

Ala Rizgari

(Kurtuluş Bayrağı (t) - Fahne der Freiheit) oder (Ala Rizgari Birlik-Platformu - Vereinigte Plattform der Ala Rizgari)

Gründung

1978

Publikationen: Ala Rizgari, bis 1980 auf legaler Basis; Chefredakteurin: Hatice Yaşar Zeitschrift ROJEV (Gündem) seit 1991

Ideologie und Ziele

  • - Unabhängiger Marxismus-Leninismus
  • - Nationale Vereinigung und Unabhängigkeit für Kurdistan
  • - Entmystifizierung von Mustafa Kemal Pasa "Atatürk" und seinen Reformen
  • - Kampf gegen den Kolonialismus in Kurdistan

Organisationsentwicklung

Ala Rizgari wurde Ende 1978 von einer Gruppe gegründet, die sich von Rizgari getrennt hatte. 1980 schickte Ala Rizgari 150 Militante in die unter der Kontrolle der irakischen Taleban stehende Region, um ein Lager zu errichten. Sie blieben dort zwei Jahre, d.h. bis 1983. 1984 gab es grundlegende Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Organisation. Eine Gruppe lehnte die leninistische Orientierung der Organisation ab, während eine andere die an der Sowjetunion ausgerichteten Thesen verteidigte. Die erste gab in Deutschland eine Broschüre mit dem Namen Berdanya Kurdistan (Kürdistan Şafağı) heraus. Die zweite gründete unter der Leitung von İbrahim Güçlü die Organisation Yekitiya Sosyalista Kurdistan, die die Zeitung Yekitiya Sosyalist veröffentlichte.

1990 schlossen sich die beiden Gruppierungen von Ala Rizgari wieder zusammen und gründeten die neue Organisation Ala Rizgari Birlik-Platformu (YSK-B, Yekitiya Sosyalist Kurdistan-Birlik). Seit 1991 gibt diese Plattform die Zeitschrift ROJEV (Gündem) heraus.

Verfolgungssituation

Angesichts der Tatsache, dass zahlreiche Militante dieser Organisation sich im Ausland befinden (im Irak, in Schweden und anderen europäischen Ländern) wurde die Gruppe in der Türkei kaum mit gezielten Operationen verfolgt. Jegliche Aktivität zugunsten der Organisation fällt jedoch unter das Anti-Terror-Gesetz und wird als separatistische Aktion eingestuft und geahndet.

Urheberrechtlicher Hinweis: Alle Angaben sind dem Werk "Türkei-Turquie" der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH), Bern, April 1997 entnommen. Die Loseblattsammlung ist vergriffen. Deshalb waren die Autorin Denise Graf und der Autor Bülent Kaya ausdrücklich damit einverstanden, dass der Inhalt per Internet einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wird. Im Text wurde weitestgehend die neue deutsche Orthographie benutzt. Es wurden keine inhaltlichen Veränderungen vorgenommen.

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