Dev-Genç

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DEV-GENÇ (Devrimci Gençlik Federasyonu - Föderation der Revolutionären Jugend) gehört zur Rubrik

NACH 1974 EXISTIERENDE/GEGRUENDETE PARTEIEN UND GRUPPIERUNGEN UND IHRE HEUTIGE SITUATION

Gründung: Im Oktober 1969 wurde die sogenannte Föderation des Ideenklubs (FKF) in Revolutionärer Jugendbund (Dev-Genç) umbenannt. Zur gleichen Zeit kam es auch zur Aufnahme von Aktivistinnen bewaffneter illegaler Organisationen marxistisch-leninistischer Ideologie. Ende 1975 wurde nach jahrelangen ideologischen Diskussionen die Zeitung Devrimci Gençlik erstmals herausgegeben. Die Dev-Genç muss als Jugendorganisation der THKP/C betrachtet werden.

Leitung: Die Zeitschrift namens Devrimci Gençlik mit Taner Akçam als Chefredakteur, in Zusammenarbeit mit einem Kollektiv.

Publikationen: Devrimci Gençlik, 1975 - 1976; Dev Genç (2 - 3 Nummern) (ab 1976)

Ideologie und Ziele:

  • - Aktivitäten innerhalb der Studentinnenvereine zur Sensibilisierung der Studentinnen.
  • - Schulung der Bevölkerung in ländlichen Gebieten durch Studentinnen, Förderung von Bodenbesetzungen und Meetings landloser Bauern und Bäuerinnen.
  • - Kampf gegen den Faschismus und den Imperialismus.
  • - Protestaktion gegen die Präsenz der 6. US-Flotte.
  • - Kampf für Autonomie an den Universitäten.

Organisationsentwicklung:

Nach der Herausgabe der Zeitung Devrimci Gençlik haben sich verschiedene lokale Studentlnnenvereine entschieden, sich diesen politischen Ideen anzuschließen. Es waren dies insbesondere die Hochschulvereine von Ankara (Ayöd), Izmir (Iyöd) und Erzurum (Eyöd). Am 8.8.1976 schlossen sie sich zur Föderation TDGDF (Türkiye Devrimci Gençlik Dernekleri Federasyonu) zusammen. Es handelte sich dabei um eine legale Organisation, mit dem Zentrum in Ankara. In den Folgemonaten schlossen sich der Föderation zunehmends auch Vereine aus kleineren Städten an, bis sie schließlich als Dachorganisation von 60 bis 70 Vereinen fungierte. Inoffiziell wurde die TDGDF oft als Dev-Genç bezeichnet, vor allem nachdem die Zeitung Devrimci Gençlik 1976 in Dev-Genç umbenannt worden war. Nach der Gründung der Devrimci Yol schlossen sich viele Anhängerinnen der Dev-Genç dieser neuen Gruppierung an. Am 29.6.1978 spaltete sich die "Tüm Devrmici Gençlik Dernekleri Federasyonu" unter der Leitung von Dev-Yol-Sympathisantlnnen von der Dev-Genç ab. Viele Dev-Genç Anhängerinnen haben ihre Aktivitäten innerhalb Devrimci Yol und der Devrimci Sol weitergeführt.

Aktuelle Situation:

Die Devrimci Gençlik (Dev-Genç) existiert nicht mehr als unabhängige Organisation. Die DHKP-C (vormals Dev-Sol) versteht sich jedoch als Fortsetzung dieser Bewegung und die Devrimci Sol publizierte in den achtziger Jahren eine Zeitschrift mit dem gleichen Namen (Dev-Genç).

Hochburgen:

Obwohl Ankara, Erzurum und Izmir als Zentren der Aktivitäten der Dev-Genç betrachtet werden müssen, kann festgestellt werden, dass diese bis in die Bezirke mehr oder weniger überall in der Türkei aktiv gewesen sind.

Verfolgungssituation:

Die nach dem Putsch von 1971 nicht umgekommenen und inhaftierten Führungsmitglieder der Dev-Genç konnten nicht von der Generalamnestie von 1974 profitieren. Sie blieben über den Putsch von 1980 hinweg inhaftiert und sind erst 1987 aus der Haft entlassen worden. Die wegen Dev-Genç-Aktivitäten registrierten Personen müssen auch heute noch mit asylrelevanten Verfolgungsmaßnahmen rechnen.

Urheberrechtlicher Hinweis: Alle Angaben sind dem Werk "Türkei-Turquie" der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH), Bern, April 1997 entnommen. Die Loseblattsammlung ist vergriffen. Deshalb waren die Autorin Denise Graf und der Autor Bülent Kaya ausdrücklich damit einverstanden, dass der Inhalt per Internet einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wird. Im Text wurde weitestgehend die neue deutsche Orthographie benutzt. Es wurden keine inhaltlichen Veränderungen vorgenommen.